Arbeitsrechtliche Informationen für Risikogruppen und deren Angehörige

23.04.2020 - 09:24

Allgemeine Informationen für Angehörige von Risikogruppen

Wenn Sie jetzt weiter in die Arbeit gehen, weil kein Homeoffice möglich ist, muss Ihre Firma für den
Schutz Ihrer Gesundheit sorgen:

Ihr Kontakt mit Kunden muss eingeschränkt werden. Ausnahmen gibt es nur dann, wenn Sie in einem Bereich arbeiten, der wichtig ist für notwendige Dinge des täglichen Bedarfs, wie: Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Öffis, und die Versorgung mit wichtigen Diensten wie
Müllabführ, Energie etc.

Wenn eine konkrete Ansteckungsgefahr besteht, können Sie zuhause bleiben. Dies könnte etwa dann der Fall sein, wenn sich KollegInnen oder Kunden angesteckt haben, mit denen Sie unmittelbar zu tun haben. Dass Sie in diesem Fall daheimbleiben, müssen Sie Ihrem
Arbeitgeber aber sofort melden!

Homeoffice

Wenn Sie bisher kein Homeoffice vereinbart haben, ist das eine Verlegung des Arbeitsortes und damit eine Änderung Ihres Arbeitsvertrags, der sowohl Sie selbst als auch
Ihr Arbeitgeber zustimmen muss. Das heißt: Sie haben einerseits kein Recht auf Homeoffice, andererseits darf Ihr Arbeitgeber Sie auch nicht dazu verpflichten.

Die Firma sollte bei Homeoffice dafür sorgen, dass Sie die nötige Technik zur Verfügung haben.  Über den Ersatz eventuell entstehender Aufwendungen ist eine Vereinbarung (z.B. über einen pauschalen Aufwandsersatz) zu treffen.


Sonderbetreuungszeit

Wenn die Schule oder der Kindergarten Ihres Kindes geschlossen oder eingeschränkt wird und Sie Ihr Kind notwendigerweise betreuen müssen, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine „Sonderbetreuungszeit“ von bis zu drei Wochen vereinbaren.


Voraussetzung ist, dass Ihr Kind das 14. Lebensjahr nicht vollendet hat und Ihre Anwesenheit zur Aufrechterhaltung des Betriebes nicht erforderlich ist.


Der Vorteil dieser bis zu dreiwöchigen Freistellung liegt in einer finanziellen Förderung: Ihr Arbeitgeber erhält für die Dauer Ihrer Freistellung ein Drittel seiner Lohnkosten vom Bund ersetzt. Das soll möglichst viele Arbeitgeber motivieren, besonders vielen Betroffenen eine solche Sonderbetreuungszeit zu ermöglichen.

Achtung: Bei der Sonderbetreuungszeit handelt es sich weder um einen Krankenstand, noch um Urlaub oder Zeitausgleich.


Verpflichtende Freistellung vom Arbeitgeber

Risikogruppen können ab sofort vorerst bis
Ende April vom Dienst freigestellt werden. Betroffene müssen sich von ihrem behandelnden Arzt ein Attest ausstellen lassen, dass sie zur Risikogruppe gehören. Jedoch ist das kein Freibrief, der Arbeit fern zu bleiben. Der Arbeitgeber kann den betreffenden Arbeitnehmer im Homeoffice einsetzten. Deshalb muss die Arbeitssituation unbedingt vorher mit dem Arbeitgeber geregelt werden!

Quelle und weitere Infos:
https://jobundcorona.at/ Stand 4. April 2020

Neuer Erlass ab Mai 2020 - von der BR noch nicht beschlossen!!!

Die Risikogruppen wurden nun definiert und werden von den Krankenkassen angeschrieben. A
b 6. Mai 2020 kann der behandelnde Arzt bzw. der Hausarzt ein Attest anhand einer Checkliste ausstellen (CF wird in dieser Checkliste angeführt). Da die Krankenkassen nicht alle Betroffenen anhand der vorliegenden Daten filtern können, kann es vorkommen, dass man keinen Brief erhält. In diesem Fall kann man aber auch ohne Schreiben zum Arzt gehen. Dieses Attest ist dem Arbeitgeber vorzulegen und ist vorerst gültig bis Ende Mai. Sollte kein adäquater Schutz am Arbeitsplatz und kein Homeoffice möglich sein, kann der Betroffene vom Dienst freigestellt werden. Im letzteren Fall trägt die Kosten der Staat.

Es gibt keine Verpflichtung, den Arzt aufzusuchen! Für den Arbeitnehmer bleibt das Vorgehen auf freiwillig
er Basis.

Ob Arbeitgeber, die ihre Arbeitnehmer schon vor 6. Mai auf Grund
§735 ASVG (https://www.jusline.at/gesetz/asvg/paragraf/735) freigestellt haben, ebenfalls finanziell vom Staat unterstützt werden, bleibt noch offen.

Wer schon vor dem 6. Mai 2020
ein Attest von seinem CF-Zentrum bekommen hat, muss dieses trotzdem ab 6. Mai 2020 neu ausstellen lassen. Dies sollte auch beim Hausarzt möglich sein.

Die Verlängerung der Verordnung wurde auf den 30. Juni 2020 festgesetzt (siehe Bundesgesetztblatt unten)!

Für Angehörige von Risikogruppen gibt es noch keine gesetzliche Regelung! 

Weiter Infos und FAQs: Österreichische Sozialversicherung Stand 28.5.2020

 



Die Informationen auf dieser Seite werden laufend aktualisiert!

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